DIE HERAUSBILDUNG DES MODERNEN EUROPA
Title
Krise und Wandel der spätmittelalterlichen Gesellschaft
Ständeordnung Die Grundlagen der spätmittelalterlichen Gesellschaft

Die politisch-gesellschaftliche Grundlage des Mittelalters war der Feudalismus (das Lehnswesen) und die Grundherrschaft. Die mittelalterliche Welt setzte sich zusammen aus Personenverbandsstaaten, die sich über Gefolgschaft und Treue gegenüber den Herrschenden Familien definierten. 
Das Alltagsleben in der mittelalterlichen Gesellschaft wurde bestimmt durch die Zugehörigkeit zu einem der drei Stände: Klerus, Adel und Bauern (s. Abb).
Entwicklungen im Spätmittelalter (13./15. Jahrhundert)

Einhergehend mit technischem und wirtschaftlichem Fortschritt nahm die Bevölkerung ab dem 11. Jahrhundert stark zu. In der Folgezeit wuchsen die Städte, und der Handel und die Geldwirtschaft florierten, v.a. in Italien.
Die Personenverbandsstaaten wurden mehr und mehr durch die sich herausbildenden Territorialstaaten abgelöst, in denen das staatliche Gewaltmonopol (z.B. bei der Gerichtsbarkeit) durchgesetzt wurde und sich eine 'staatliche' Verwaltung mit spezialisierten 'Beamten' entwickelte.

Die Pest und ihre Folgen

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts breitete sich die Pest vom Orient kommend in Europa aus. Je nach Region starben bis zu 20-50% an den Folgen des 'Schwarzen Todes'. Die klassischen Behandlungsmethoden versagten, die hygienischen Bedingungen waren katastrophal, und da der Übertragungsweg der Krankheit unbekannt war, waren die Auswirkungen der Pest verheerend.
Familiäre und Gesellschaftliche Bindungen zerfielen ebenso wie moralische Werte. In vielen Gegenden brach die Wirtschaft und die öffentliche Ordnung zusammen. Neue Religiöse Riten (Flagellanten) machten sich breit, Juden wurden vielerorts zu Sündenböcken gemacht und fielen Pogromen zum Opfer. Die althergebrachten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen wurden aufgebrochen und umgewälzt.
Die katholische Kirche wurde zunehmend in Frage gestellt, einfache Bauern und Arbeiter profitierten vom Arbeitermangel und konnten ihre wirtschaftliche Stellung deutlich verbessern.
S. Ragg
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